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kereng

Februar 2010

05.02.2010

Spielende Tiere - Eisbären und Hunde
Eisbären und Hunde mögen einander.

 

Immer noch Eis und Schnee draußen. Da passen diese spielenden Tiere ganz gut.

Wohl eines der bekanntesten Tiervideos auf YouTube.

Eine Herde Büffel bewegt sich direkt auf ruhende Löwen zu. Die suchen sich ein Kalb aus und bringen es zu Fall. Das Kalb rutscht ins Wasser, und plötzlich greift ein Krokodil ins Geschehen ein.

Als die Löwen das Kalb dem Krokodil wieder entrissen haben, kommen die Büffel zurück. Die mutigsten unter ihnen greifen die Löwen an und können das Kalb befreien. Es scheint nicht einmal ernsthaft verletzt zu sein.

Alternativ-Link

Vor gar nicht so langer Zeit hat mir noch ein Kreationist erzählt, der Archaeopteryx sei ein richtiger Vogel gewesen, mit vielen Merkmalen, die bei Dinosauriern nicht vorkommen.

Ein Beispiel dafür war das Brustbein, das bei Vögeln bekanntlich ein flacher Knochen mit einem darauf senkrecht stehenden Kiel ist, der zur Befestigung der Flugmuskulatur dient. Diese Information war aber schon veraltet, weil sich das Brustbein des Archaeopteryx als Irrtum herausgestellt hatte.

Die von Wellnhofer als Brustbein beschriebene Struktur hat sich allerdings nach neueren Untersuchungen (Tischlinger 2005) als Teil des Rabenbeins erwiesen. Die möglicherweise doch recht guten Flugfähigkeiten bleiben dabei allerdings erhalten, da das Brustbein wohl als verknorpelte Struktur vorhanden war. (Wikipedia)

Jetzt las ich von einer Dinosauriergruppe, die ein gekieltes Brustbein hatte, aber gar nicht fliegen konnte: Alvarezsaurier. Deren kurze aber kräftige Arme haben einen besonders starken Finger und sehen eher nach Grabwerkzeugen aus als nach Flügeln.

Da sie in der späten Kreidezeit lebten, war immerhin die Möglichkeit gegeben, dass sie von Vögeln abstammten und das Brustbein behalten aber die Flügel verloren hätten. Aufgrund diverser Merkmale konnten die Fachleute dies aber ausschlißen.

Heute (!) wurde Haplocheirus sollers beschrieben, ein Alvarezsaurier, der im Jura lebte, 60 Millionen Jahre vor den übrigen Mitgliedern der Familie. Sein Arm ist so kräftig, wie es für Alvarezsaurier typisch ist, aber seine Hand ist nicht ganz so spezialisiert und der erste Finger ist der längste anstatt dem mittleren.

Damit ist mal wieder eine Lücke in der Abstammung einer Dinosaurierguppe geschlossen. Vögel sind Dinosaurier, aber Alvarezsaurier stammen weder von Vögeln ab, noch umgekehrt.

Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Alvarezsauria
Archosaur Musings: The wonderfully weird alvarezsaurs
Archosaur Musings: Guest post: A brief history of Alvarezsaur research
Archosaur Musings: Guest post: Haplocheirus – the skilful one

edit 30.1.2010, weitere Links
Newly Described Bird-like Dinosaur Predates Archaeopteryx
Bild der Wissenschaft: Dino zeigt Kralle
Der Standard: Als die Dinos Federn kriegten

Wir haben immer noch Schnee und Minusgrade, aber ich freue mich auf den Urlaub. Als kleines Sprachtraining kommt jetzt Juanna Sue mit ihrem Nepaluhu (Bubo nipalensis) "Kitty".

telah = das war's

lagi? = nochmal, mehr?

cukup sayang = genug, mein Schatz

Fuchs im Schnee

15.01.2010

Immer noch Schnee. Und auf die Vorführung warten nur noch Videos aus den Tropen oder mit fiesen Parasiten.

Zum Glück fiel mir ein Filmchen wieder ein, das zeigt, wie ein Fuchs sich einem Speer gleich in den Schnee stürzt. So ungefähr:

 

Die Entwicklung der Landwirbeltiere (Tetrapoden) schien gut belegt zu sein. Gerade vor einer Woche habe ich Tiktaalik als Musterbeispiel für Übergangsfossilien angeführt. Und nun wurden in Polen Fußspuren von Tetrapoden gefunden, die knapp 20 Millionen Jahre zu alt sind, um in das zeitliche Schema zu passen.

Damit büßt Tiktaalik zwar seinen Status als Übergangsfossil nicht ganz ein, aber es wird viel unwahrscheinlicher, dass er der Vorfahre aller Amphibien, Reptilien, Säugetiere und Vögel ist. Es ist immer noch möglich, dass der Verursacher der Fußspuren ausstarb und die Vierbeinigkeit 20 Millionen Jahre später nochmal erfunden wurde.

Die Fachleute bevorzugen allerdings die Hypothese, dass die ganze Entwicklung sich so abgespielt hat, wie man bisher dachte, bloß eben 20 Millionen Jahre früher. Auch in diesem Szenario würde Tiktaalik als wenig veränderter Nachkomme des tatsächlichen Urahns der Tetrapoden ein Übergangsfossil bleiben. Man geht davon aus, dass die Elpistostegalia lange Zeit unverändert neben den aus ihnen hervorgegangenen Vierbeinern überlebt haben.

Die Kreationisten mögen jubeln, dass die Abstammungskette von Fischen zu Tetrapoden nun komplizierter geworden ist, aber dann müssen sie auch zugeben, dass die Wahrscheinlichkeit, jede Tierart als Fossil wiederzufinden, doch gering ist, denn sonst hätte man von dem 395 Millionen Jahre alten Tetrapoden ja auch Knochen finden müssen.

Nach der Meinung von Harun Yahya hätten die Fußspuren eigentlich gar nicht bis in die Nachrichten gelangen können, denn er behauptet ja, problematische Funde würden von den Evolutionisten versteckt. Tatsächlich hat Per Ahlberg den Finder Grzegorz Niedzwiedzki gebeten, die Veröffentlichung zu stoppen, aber nicht, weil er die Entdeckung verheimlichen wollte, sondern weil er die Zehenabdrücke erkannt hatte und verhindern wollte, dass sie als Flossenabdrücke dargestellt werden.

Ein besonders erstaunlicher Aspekt von Tiktaalik war, dass Neil Shubin gezielt in 375 Millionen Jahre alten Ablagerungen eines Flussdeltas nach Übergangsfossilien suchte und ihn dort fand. Bei den Fußspuren von Zachelmie ist es ganz anders. Man fand sie unerwartet in eigentlich zu alten Ablagerungen einer Meeresküste.

Es besteht also die Gefahr, dass wenn man nur dort sucht, wo man Funde erwartet, eine sich selbst erfüllende Prophezeiung eintritt.
Eine anderer Fehlschluss ist, anzunehmen, dass bestimmte Tiere nur dort gelebt haben, wo man Fossilien von ihnen findet. Im vorliegenden Fall sind Flussdeltas einfach besser für die Fossilbildung geeignet als Meeresküsten, und deshalb hat man versteinerte Knochen auf der Ellesmere-Insel gefunden und nicht in Zachelmie.

Dieser Gedanke lässt sich auch auf Vormenschen übertragen. Man kennt nur wenige Fundgebiete, aber vielleicht lebten auch welche in Gegenden mit schlechteren Voraussetzengen für Versteinerung. Vorfahren der Schimpansen hat man so gut wie gar nicht gefunden, weil ihr bevorzugter Lebensraum, der Regenwald, kaum Fossilien entstehen lässt.

Links:
spiegel.de
dailymail.co.uk
guardian.co.uk
scienceblogs.com/notrocketscience
scienceblogs.com/laelaps
pandasthumb.org
whyevolutionistrue
summerwino
nationalgeographic.com

Über endogene Retroviren (ERV) habe ich schon so viel geschrieben, dass es für eine Kategorie reicht.

Nun wurden erstmals virale Gene in unserer DNA nachgewiesen, die es ohne eigene reverse Transkriptase ins Wirtsgenom geschafft haben. Sie liehen sich diese von LINEs aus, also von transposablen Elementen, die durchs Genom vegabundieren.

Es handelt sich um vier Kopien das Nucleoprotein-Gens (N) eines Bornavirus. Diese Virenfamilie ist nach der deutschen Stadt Borna bei Leipzig benannt, wo sie anno 1885 Kavalleriepferde befiel.

Zwei der Kopien sind tote Pseudogene, die beiden anderen werden noch zu Proteinen transkribiert, von denen anscheinend keine schädlichen oder nützlichen Auswirkungen bekannt sind.

Nicht nur Menschen sondern die meisten der untersuchten Säugetiere haben solche Bornaviren-Gene. Bei Erdhörnchen liegt die Infektion etwa 10 Millionen Jahre zurück, bei Menschen, Schimpansen und Orang-Utans 40 Millionen Jahre.

Folgerichtig liegen diese Gene bei den Menschenaffen an übereinstimmenden Positionen. So eine Verteilung viraler Gene hatte ich in meiner Serie über ERV den einfachen Beweis genannt, weil dadurch die gemeinsame Abstammung bewiesen wird.

Die Veröffentlichung in Nature habe ich nicht vollständig gelesen sondern nur die kostenlose Zusammenfassung. Meine übrigen Informationen kommen von den ScienceBloggern Ed Yong und Abbie Smith.

Auf Anregung von sniker bringe ich ein Video mit Keas (Bergpapagei, Nestor notabilis). Der Sprecher ist der großartige David Attenborough, also ist es leider auf Englisch.

No other bird plays as much as the kea.

Kein anderer Vogel spielt so viel wie der Kea.

Ich springe gleich ans Ende von Teil 3, wo ein Kea auf dem Rücken liegend rodelt:

Hier sind alle drei Teile als Links:

1. Keas zerlegen Autos, öffnen Mülltonnen und lösen Intelligenztests

2. Keas haben eine lange Kindheit und nutzen viele Nahrungsquellen, darunter Nestlinge von Seevögeln und Schafe.

3. Keas profitieren vom Skitourismus

Und hier ist eine glaubwürdigere Darstellung was Keas mit Autos machen.

 

 

Übergangsfossilien gibt es reichlich, auch wenn die Kreationisten das nicht wahrhaben wollen.

In diesem Blog-Eintrag stelle ich einige vor, die erst vor kurzem gefunden wurden.

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